Die 512 - Immelmann im Wandel der Zeiten
 



So fing es an:
Mit dem Luftwaffenaufstellungsbefehl Nr. 124 FüL III/2 vom 10. April 1959 wird die Luftwaffengruppe Süd mit der Aufstellung des Aufklärungsgeschwaders 51 mit Stab, 1. und vor allem 2. Staffel beauftragt.
Die volle Unterstellung unter die Luftwaffengruppe Süd und die Übernahme des Geschwaders durch Oberstleutnant Grasemann erfolgt am 01. Juli 1959.
Am 07. Juli 1959 wird das Geschwader in Erding offiziell in Dienst gestellt und erhält am 24. April 1961 den Traditionsnamen Immelmann.


Was wir so alles erlebt haben:

1959
Die 2. Staffel besteht am 07. Juli 1959 aus zehn fliegenden Offizieren und zwölf fliegenden Unteroffizieren.
Der erste Staffelkapitän heißt Major Plieth (Juli 1959 – Mai 1961).
1960
verlegt das AufklG 51 'I' nach Manching / Oberstimm bei Ingolstadt in Bayern.
Man fliegt das Waffensystem RF-84 Thunderflash.
1961
Staffelkapitän Hauptmann Speckbacher (Juni 1961 – September 1963).
Die NATO-Unterstellung der 2. Staffel ist perfekt ? ab jetzt wird taktisch geflogen!
1962
ist ein erfolgreiches Jahr: Wir sind häufiger beim Staffelaustausch als beim Kaffeetrinken in der Lounge.
1963
richtet das Geschwader seinen 1. Tag der offenen Tür aus.
An diesem 30. Juni 1963 kamen geschätzte 100.000 begeisterte Zuschauer auf den Fliegerhorst.
In diesem Jahr lernt man bei den Immelmännern auch den Afterburner kennen:
Die Umrüstung auf das Waffensystem RF-104G Starfighter beginnt.
Staffelkapitän Major Hör (Oktober 1963 – September 1968).
1964 - 1967
Business as usual: Übungen, Überprüfungen und Auslands vorhaben wechseln sich ab. Wir werden immer besser.
1968
Wir verlassen Bayern, flüchten ins Badische und übernehmen den Flugplatz Bremgarten.
Staffelkapitän Major Faigle (Oktober 1968 – März 1972).
1969
Der Einzug an den neuen Standort ist endlich abgeschlossen.
Die 2. Staffel richtet sich in der Nähe des Wasserturms ein.
Frau Mäder tritt mit Besen und Schaufel ihren Dienst in der 2. Staffel an.
1970
Mit der RF-4E Phantom erhalten die Immelmänner ein zweisitziges Aufklä rungsflugzeug. Die Ära Single Thrust - Single Brain ist zu Ende!
1971
Des einen Freud, des anderen Leid:
Man führt im südlichsten Aufklärungsverband den Schichtbetrieb ein und Klaus Warmuth wird Spieß.
1972
Staffelkapitän Major Ewert (März 1972 – Februar 1974).
Wie die Zeit vergeht: Die Immelmänner organisieren einen weiteren Tag der offenen Tür.
Die Red Arrows und die Patrouille de France locken über 60.000 Besucher ins Markgräfler Land.
Die 512 Squadron ist in diesem Jahr mit zwei Besatzungen und Spezialisten des Bildzuges am Wettbewerb Royal Flush beteiligt.
Das Team räumt sämtliche Pokale ab und verblüfft sogar die Firma Kodak mit den besten Fotos: G'Iernt isch halt g'lernt.
1973 - 1975
Staffelkapitän Major Lemm (März 1974 – März 1977).
Im Routineflugbetrieb schafft man zwischen Tac Evals und etlichen
Übungen die 30.000ste Flugstunde auf RF-4E.
Beim 18. Royal Flush in Bremgarten zeigen hauptsächlich die Soldaten der 2. Staffel was sie können: Bestnote in der Luftwaffe und im Bereich NATO Europa Mitte.
1976
Wer hätte das gedacht: Die 2. besucht mit zwei RF-4E den Schah von Persien. Man munkelte, sogar die Warte trugen Turban!
Ein weiterer Höhepunkt dieses Jahres: Der Tag der offenen Tür mit eigener Flugschau. 150.000 Zuschauer sind begeistert!
1977
Staffelkapitän Oberstleutnant Müller (April 1977 – September 1978).
Nur Routinebetrieb? – Denkste! Die Runway wird in Stand gesetzt. Wir verlegen.
1978
Staffelkapitän Oberstleutnant Theis (September 1978 – März 1980).
Wir verlegen immer noch.
1979
Verlegen wir immer noch?
1980
Staffelkapitän Major Busse (März 1980 – Oktober 1981).
Den Jabos stehen die Haare zu Berge: Die Recces fangen in Deci / Sardinen an, Bomben zu werfen!
Beppi, Nicko, Conny und Konsorten haben ihre helle Freude daran.
1981
Staffelkapitän Oberstleutnant Huber (Oktober 1981 – Januar 1984).
1982
Das Jahr der ersten Flugstundenjubiläen: Fünf Flieger erfliegen zusammen die 22.666ste Flugstunde (Dorn, Saorski, Nikolay, Steinbach je 4.000, Felix Hördler 6.666 Stunden).
Ach du dicker Elch: Die Immelmänner verlegen nach Goose Bay, Kanada. Die Boomer der US-Tanker verlieben sich auf Anhieb in die badischen Luftbetankungskünste.
1983
Mit Lemmy, Niko, Hempty und Conny verlassen vier weitere Unikate die Luftwaffe.
Im Sommer verpflichtet die 512 vier Akademiker. Sie erhalten den Auftrag, die Terrasse vor der Lounge zu pflastern.
Das Ergebnis konnte sich trotzdem sehen lassen.
1984
Staffelkapitän Major Daxl (Januar 1984 – März 1986).
Oje, über 12.000 Stunden Flugerfahrung werden verabschiedet:
Beppi, Professor Dorn und Schwinge suchen nach neuen Horizonten.
Außerdem feiern wir das 25-jährige Jubiläum der Immelmänner, zusammen mit über 100.000 Besuchern. Die Segel flugdemo wird uns ewig im Gedächtnis bleiben.
1985
Erfolgreich errichten wir vor der Staffel einen Maibau -
im zweiten Versuch.
Diese ganze Mühe für das 25-jährige Jubiläum von Hannes Müller,
Erich Leger und Adi Cibulka …?!
1986
Staffelkapitän Major Mack (März 1986 – September 1988).
Die Austauschbesatzungen aus England und der Türkei geben sich bei uns die Klinke in die Hand.
1987
Die 2. baut sich eine neue Lounge.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Hauptfeldwebel Ruf feiert sein 25-jähriges Dienstjubiläum.
1988
Günther Ratzky ist 25 Jahre dabei und hat vermutlich 300.000 Blatt VS gezählt.
Staffelkapitän Major Haase (Oktober 1988 – August 1990).
1989
Erneut ein schweres Jahr: Yogi, Gutz, Stoni und Ebi setzen sich zur Ruhe. Der Urlaubskünstler Dobler wechselt die Fluglinie.
Spieß Warmuth ist 25 Jahre dabei.
1990
Major Flaxl wird letzter Staffelkapitän (August 1990 – Juni 1992).
Unsere RAM-Teilnehmer brachen mit zehn Stunden und zehn Minuten den deutschen Non-Stop-Flying Rekord für strahlgetriebene Kampfflugzeuge.
1991
Die Zeit der Letztflüge und Verabschiedungen beginnt.
Dafür setzt man in der 2. Staffel eine alte Tradition der Immelmänner fort: Das easy going.
Der Spieß Warmuth wird in den Osten abkommandiert und hilft mit, die NVA aufzulösen.
Ein letztes Mal schlagen wir uns mit Schlauchbooten erfolgreich auf der Donau durch.
Nur mit Methoden moderner Menschen führung bringt Changer seinen Achter ohne Steuermann auf den 1.Platz.
Staffelkapitän Flaxl hat die traurige Pflicht unsere Staffel aufzulösen.
Durch vorausschauende Planung und fürsorgliches Handeln gelingt dieses mit erträglichen Folgen und in einer guten kameradschaftlichen Atmosphäre.
Am 20. Dezember werden zum letzen Mal zwei Crews (Flaxl – Lissy / Focke – Esser) aus der 2. Staffel vom Chefeinsetzer Oberfeldwebel Resch zum Fliegen befohlen.
1992
Die Standortverwaltung scharrt bereits mit den Hufen;
wann endlich dürfen sie ihr Abbruchkommando auf unsere Staffel loslassen?
Easy going – durch eine organisatorische Meisterleistung unseres Nachschubmeisters Oberfeldwebel Becherer läuft es schneller als befürchtet.
Am 25. Mai laden wir zur wirklich allerletzten Fete ein.
500 Alte, Junge, Ehemalige, Gerngesehene, sich schon immer zur Staffel gehörig Fühlende und Sonstige schaffen es an einem Abend, alle legalen und illegalen Kassen zu leeren.
  Am 01. Juli 1992 gibt es die Staffel nicht mehr.

Der Geist der 2. Staffel lebt weiter.
Wir treffen uns alle paar Jahre wieder.



Ein wenig Statistik:
(Ergänzungen sind immer willkommen)

  • Die 512 musste 14 Stakas über sich ergehen lassen, aber nur drei Spieße.
    Man kämpfte in 18 taktischen Überprüfungen erfolgreich gegen AAFCE-Teams.
  • Felix Hördler erfliegt 1982 die phantastische Zahl von 6.666 Flugstunden.
  • Yogi schafft als einer der wenigen 3.000 Stunden RF-4E.
    Das ganze findet an seinem 28. Geburtstag statt - oder war es der 38?!
  • Ebi macht keine halben Sachen: Mit seinem Sohn Hartmut Saorski in einem Flugzeug reiht er sich in die Galerie der Flieger mit 5.000 Jetstunden ein. Guido Rapp staunt.
  • Eine wirklich bemerkenswerte Zahl: Die 512 Crew Schwingenheuer - Müller erfliegt Anno 1984 die 250.000 Flugstunde für das Immelmanngeschwader.
  • Am 13. August erflog Hptm Kunz seine 8.000 Flugstunde.

Unvergessliche Charaktere:

  • Hptm Speckbacher und seine gebügelten Kombis.
  • Maj Hör und seine Schneebrunzer.
  • Maj Bierbach, der seinem Chef schon mal das Büro zumauerte oder ein Herz aus Holz überreichte. Er sprengt auch gerne Schlüsselkästen.
  • Beppi Huber, der seine Staffel am liebsten aus der Lounge führte.
    Sogar "Puck" kannte die Telefonnummer 249.
  • Fuzzi Pfister, der den Fallschirmspringern von Nagold eine Lektion in Sachen Anzugsordnung verpasste.
  • Professor Dorn, der soviel über die Phantom wusste, dass McDonnell- Douglas die Produktion einstellte.
  • Niko, der einem OvG auch schon mal hilft, den Heizer vom Dienst zu finden.
  • Ulli Müller und Peter Just , die ihre Schuhe notfalls als Rückspiegel benutzen konnten.
  • Hubert Mauk, der sich über Stehzeit im Dienstgrad Oberleutnant nicht beklagen kann.
  • Ebi Saorski, der der halben Luftwaffenführung das Fliegen beigebracht hat.
  • Thommy Barth, der nie Lust hatte, zum Geschwaderball zu gehen.
  • Hajo Albrecht, der bis heute nicht weiß, was ein Dienstparkplatz ist,
  • Changer, sein average stick gradient und überhaupt die stability and control.
  • Der Spieß Warmuth, der alle gleich behandelte:
    Ob Oberst oder Gefreiter, der Ton war immer der gleiche.
  • Herr Fräulin, der das Auffinden von Funkschatten ohne technische Hilfe perfektionierte.
  • Bernie Flaxl, dem es nur mühsam gelang, die Staffel von easy going abzuhalten und der einen Ruheblutdruck von 180 zu 100 einführte.
  • Achim Türmer, der als Pensionär gar keine Zeit mehr hat.
  • Ossi Osborne und Ron Huszarik, die sich schnell an die 512-Tactics gewöhnten.
  • Yogi, dessen Fliegerstiefel heute im Wehrgeschichtlichen Museum stehen.
  • Hans Lissy, dessen Schnitzereien weltbekannt wurden.

Die schönsten Durchschlageübungen:

  • Am Sohlberg, wo die Staffel - rein zufällig ? Beppi's Obstplantagen verschönerte.
  • Am Kaiserstuhl fällt ein Staffelkapitän fast der Feinddarstellung zum Opfer.
  • In Nagold, wo die Luftwaffe heute noch ein gerngesehener Gast ist.
  • Auf der Donau, wo die Galeere Flaxl zwar erfolgreich eine Meuterei auf der MS Just anzettelte, gegen den Achter ohne Steuermann Changer dennoch keine Chance hatte.

 

 


             

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